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By Hans Ulrich Gumbrecht

In der digitalen Welt gibt es keine Pausen. Wer sich auch nur für einen second abkoppelt, der riskiert, den Anschluss zu verlieren. Hans Ulrich Gumbrecht lässt sich vom Strom des Digitalen nicht fortreißen. Seit er sich 2011 darauf einließ, einen weblog für die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu schreiben, nutzt er das digitale layout als Ort der Kontemplation und intellektuellen Auseinandersetzung. Kompaktheit und Rhythmus dieser Gattung eröffnen ihm die Möglichkeit, für seine Leser Phänomene des Alltags zu analysieren und philosophische Fragestellungen zu entwickeln. Er setzt Zäsuren und entdeckt Konturen in einer hochkomplexen und flüchtigen Gegenwart. Als provokativ erweist sich dabei die Sicht des Amerikaners Gumbrecht auf das Land und den Kontinent seiner Herkunft. Bei allen Gemeinsamkeiten geraten immer wieder Dissonanzen im Selbstverständnis der Zeitgenossen diesseits und jenseits des Atlantiks in den Blick. So wirkt dieser web publication wie ein Stachel im Fleisch, der uns Westeuropäer liebgewordene Gewohnheiten und konventionelle Erwartungen in Frage stellen lässt.

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Doch dieses Scheitern mag die notwendige Konsequenz einer Zeit gewesen sein, in der unter Bedingungen der Knappheit das Privileg der einen immer in den Nachteil und den Mangel der anderen umschlagen musste, die Konsequenz einer Zeit, in der Leistung und Erfüllung noch nicht wirklich zu trennen waren von Ansprüchen des Aufstiegs und der Dominanz. Heute haben wir Anlass, zumindest mit der Vorstellung zu spielen, dass wir am Beginn eines Zeitalters stehen könnten, in dem sich die Menschen kraft ihrer Erfindungsgabe gerade von dieser Logik befreit haben – und in dem deshalb das Ideal der Elite als unentfremdetes Leben zum ersten Mal auf die Chance stößt, wirklich zu werden.

Sie würde zum Projekt der bedingungslosen Überwindung von Gewalt und vielleicht auch von jeglicher Ungleichheit im Leben der Menschen. Dass eine von dieser Utopie durchdrungene und getragene Welt ohne »Rechte der Stärkeren« eine Welt wäre, in der ich leben möchte, glaube ich nicht – und selbst zu solch minimaler Aufrichtigkeit kann man sich ja mittlerweile nur noch schwer durchringen. Aber ich sollte lernen, das Mitgefühl und die Solidaritätseuphorie jener Stimmen zu hören, in denen sie wie eine radikale Utopie der Herzen klingt.

Fest steht allein, dass meine Mutter jetzt und vielleicht noch für viele Jahre eine kräftige Portion dessen von der Gesellschaft (und den Versicherungen) der Gegenwart und ihrer eigenen vergangenen Zukunft zurückfordern muss, was sie einmal gegeben hat. Denn im Bewusstsein ist jeder Gegenwartsmoment von einem Nachhall des unmittelbar vorausgehenden Moments und einer Vorwegnahme des nächsten Moments umgeben, was impliziert, dass jener Moment, in dem die Vorwegnahme des nächsten Moments ausfallen muss (der Moment des Todes), vom Bewusstsein gar nicht einzulösen ist und deshalb Panik »vor dem Nichts« auslöst.

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