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By Kate Atkinson

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Vorlagen für die Erstberatung: Band 2: Gesellschaftsrecht- und Erbrecht

Verst? ndlich und zugleich effektiv im Gesellschafts- und Erbrecht beraten wird immer wichtiger. Mit den Vorlagen von Arndt/Heuel ist dies nun m? glich. ? ber 20 klassische Beratungsfelder werden mit den Vorlagen abgedeckt und helfen dem Berater die rechtserheblichen Tatsachen zu finden und daraus steuer- und gesellschaftsrechtliche Auswirkungen abzuleiten.

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Ihr Vater ging nie mit ihnen ins Freibad im Park Jesus Green, spielte nie mit ihnen eine aufregende Partie Schnippschnapp oder Mau-Mau, warf sie nie in die Luft und fing sie wieder auf oder schubste sie auf der Schaukel an, er stakte nie mit ihnen über den Fluss oder wanderte über die Wiesen oder machte mit ihnen einen lehrreichen Ausflug ins Fitzwilliam-Museum. Er war mehr eine Absenz als eine Präsenz, und alles, was er war – und nicht war –, repräsentierte sein sakrosanktes Arbeitszimmer. Sie wären überrascht gewesen, hätten sie gewusst, dass das Arbeitszimmer einst ein freundliches Wohnzimmer gewesen war, mit Blick auf den Garten hinter dem Haus, ein Zimmer, in dem frühere Bewohner aufs Angenehmste gefrühstückt hatten, in dem die Frauen die Nachmittage mit Nähen und Lesen von Liebesromanen verbrachten und in dem die Familie sich abends versammelte, ein Hörspiel hörte und dabei Karten oder Scrabble spielte.

Nachdem er das Gleis ein Stück entlanggegangen war, fand er die Antwort auf diese Frage – Schafteile, wie Fleischstücke mit Wolle darauf, lagen überall verstreut, als hätte ein Rudel Wölfe sie in einem blutigen Massaker zerfleischt. Theo war erstaunt, wie gut er dieses Gemetzel verkraftete, andererseits verglich er Anwälte immer mit Polizisten und Krankenschwestern, wenn es darum ging, sich über den Saustall und die Tragödie des alltäglichen Lebens zu erheben und auf eine gleichgültige Art damit umzugehen.

Das Gebäude war ursprünglich ein Wohnhaus gewesen, insgesamt fünf Stockwerke, von den feuchten Vorratsräumen im Keller bis zu den Dienstbotenkammern auf dem Dachboden, die Zimmer willkürlich aneinander gefügt, aber nichtsdestoweniger ein anständiger Wohnsitz für eine begüterte Familie. Nach dem Krieg war es in Büros und Wohnungen aufgeteilt worden, und jetzt waren nur noch Fragmente und gespenstische Spuren des Inneren übrig – eine dekorative Stuckleiste aus Girlanden und Urnen über dem Schreibtisch, an dem Cheryl arbeitete, und die Ornamente über dem Sims in der Eingangshalle.

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