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By Oliver Potzsch

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Trommeln dröhnten, Schellen klirrten, irgendwo spielte eine Fiedel. Der Geruch von Schmalznudeln und gebratenem Fleisch drang hinunter bis ins stinkende Gerberviertel. Es würde eine schöne Hinrichtung werden. Jakob Kuisl stand in der lichtdurchfluteten Stube und versuchte seinen Vater wachzurütteln. Zweimal war der Büttel schon vorbeigekommen, um sie abzuholen. Diesmal würde er sich nicht mehr abwimmeln lassen. Der Kopf des Schongauer Scharfrichters lag auf der Tischplatte, das lange, strähnige Haar schwamm in einer Lache aus Bier und Branntwein.

Trotzdem trauten ihm die Leute im Ort nicht. Simon sah den Mann vor ihm herausfordernd an. Der Gerber zuckte die Schultern, dann wandte er sich zum Gehen. Über die Schulter warf er dem Medicus noch einen abschätzigen Blick zu. « Simon eilte dem Mann hinterher und bog mit ihm gemeinsam in die Münzstraße. Heute am Tag nach Georgi hatten die meisten Handwerker ihre Läden in den Parterrewohnungen bereits seit Stunden geöffnet. Am Georgstag traten die Knechte und Mägde in den Höfen rund um Schongau ihre Dienste an.

Kinder, Bauern, klagende Waschweiber. Hunde sprangen kläffend um die Ochsen herum, jemand murmelte ein Ave-Maria. An der Mole neben dem Lagerschuppen ließ der Fuhrmann den Karren halten. Zwei Flößer hoben den Jungen vorsichtig hinunter und betteten ihn auf Stroh ans Ufer, direkt neben den gluckernden, wirbelnden Lech, der rastlos gegen die Pfeiler strömte. Polternde Schritte auf dem Holzsteg ließen das Gemurmel der Menge plötzlich verstummen. Der Vater des Jungen hatte ein wenig abseits gewartet, als scheute er den letzten, endgültigen Augenblick.

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