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By Birgit Enzmann

Wer jede westliche Demokratie als demokratischen Verfassungsstaat bezeichnet, übersieht das zentrale Charakteristikum, das ihn zu einer Staatsform sui generis macht: Er errichtet einen justiziablen Verfassungsvorrang, der selbst Volksabstimmungen und Parlamentsgesetze der letztentscheidenden Kontrolle eines Verfassungsgerichts unterwirft. Da hierin ein latenter Legitimationskonflikt mit der Volkssouveränität ruht, haben sich nur wenige Staaten tatsächlich dafür entschieden. Wie kam es zur Überzeugung, dass auch dem demokratischen Gesetzgeber nicht alles erlaubt sein soll? Welche Entscheidungen werden ihm verwehrt und wie kann das dennoch mit dem Demokratieprinzip in Einklang gebracht werden? Die vorliegende Studie rekonstruiert die Entstehung des Demokratischen Verfassungsstaates erstmals umfassend aus der Idee des justiziablen Verfassungsvorrangs heraus und stellt konfliktfreie Kombinationsmodelle vor.

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Bereits erlassene Urteile bleiben rechtskräftig. In Österreich erfolgt eine Nichtigkeitserklärung nur auf Antrag des Klägers und bei formalen Verstößen und anhängigen Fällen, nicht bei inhaltlichen Verstößen. Solche Gesetze werden lediglich verfassungswidrig und dürfen von den Gerichten nicht mehr angewendet werden. Wenn dadurch aber Nachteile für den Betroffenen drohen, muss die Anwendung dennoch erfolgen. Besonders erwähnenswert ist die Prüfung von Volksinitiativen in Italien und Portugal. Die von Bürgern eingebrachten Gesetzentwürfe werden vom Verfassungsgericht präventiv überprüft und ggf.

27-50. 44 I. “51 Dienten die Schranken im 17. und 18. Jh. also dem Schutz des Einzelnen vor der Exekutive, schützen sie im demokratisierten Verfassungsstaat das Individuum auch vor den absolutistischen Bestrebungen des Gesetzgebers oder gar der Volksgemeinschaft selbst und beugen den Gefahren einer „Tyrannei der Massen“ vor. Um die Demokratisierung zu erreichen, wurden nach dieser Darstellung nicht völlig neue Institutionen geschaffen, sondern lediglich die schon bestehenden Einrichtungen, namentlich die Ständevertretungen und Parlamente reformiert und die bestehenden politischen Rechte teils ergänzt, teils nur weiteren Kreisen zugänglich gemacht.

In: World Affairs 153 (1990), Summer, S. 23-27. Barry R. Weingast: The Political Foundations of Democracy and the Rule of Law. In: American Political Science Review 91 (1997), No. 2, S. 245263. 40 I. 47 Kriele betont dabei, dass es sich nicht um eine Darstellung zeitlicher Aufeinanderfolge von Entwicklungsstadien handelt, sondern um eine logische Stufenfolge, bei der die jeweils höhere Stufe die wesentlichen (wenngleich nicht immer alle) Elemente der unteren Stufen einschließt und zusätzliche Elemente beisteuert.

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